|  
 

Backofen bauen

Weihnachtszeit ist Guetzlizeit. Wie und wo jedoch sollen die Waldkinder Guetzli backen? Wir könnten ja die Backöfen der Schulküche benützen. Warum aber ins Haus ausweichen wenn man auch im Wald backen kann? Uns fehlt noch der passende Ofen dazu. Dies jedoch lässt sich in kurzer Zeit ändern. Während zweier Kindergartenmorgen verbringen die meisten Kinder ihre Freispielzeit mit dem Ofenbau. Einige sind fleissig am Lehm abbauen, andere transportieren die schweren Steine zur Baustelle. Schon nach kurzer Zeit sind die ersten Mauern des Ofens ersichtlich. Viele interessierte Fragen werden gestellt und diverse Überlegungen gemacht. Grössen werden geschätzt, die Stabilität der Mauern geprüft und geduldig Fremdmaterial aus dem Lehm sortiert. Die Kinder mauern die Steine mit dem Lehm sorgfältig zusammen. Sie stopfen Löcher damit auch alles schön dicht ist und die Wärme bestmöglich zurück gehalten werden kann. Neben den Gesprächen zum Ofenbau lässt sich während dem Arbeiten auch über dies und jenes plaudern. Zwischendurch kommt immer mal wieder eines der Lehmkinder um den Eimer zu leeren. Sie kümmern sich ganz selbstständig darum. Beim Augenschein vor Ort zeigt sich, dass es die bunt gemischte Gruppe offenbar ganz friedlich hat und ebenfalls in diverse Gespräche vertieft ist. So vergeht die Zeit blitzschnell und schon nach zwei Waldmorgen steht der Ofen fix fertig da. Am dritten Tag kann er eingeweiht werden. Holz suchen, Guetzliteig zubereiten und nochmals ganz viel Geduld zeigen. Das Warten bis der Ofen heiss genug und die Guetzli endlich fertig sind, ist für einige Kinder das Schwierigste. Schwieriger als Ofenbauen. Um zwanzig vor Zwölf schlagen wir uns noch die Bäuche mit Guetzli voll (Entschuldigung liebe Eltern!) und müssen dann blitzschnell zum Schulhaus zurück. "Chinde, hüt müend ihr tifig laufe" - "Ja das chönnd mir, mir händ ja Gueztlibenzin im Buch."