|  
 

Sonderpädagogische Angebote

 

Sonderpädagogische Massnahmen

Integrative Schulen gehen vom Grundsatz aus, dass alle Kinder gemeinsam in heterogen zusammengesetzten Gruppen besser lernen können als getrennt. Dies erfordert ein neues Lernverständnis bei den beteiligten Personen. Sie orientieren sich nicht primär an Defiziten, sondern bauen auf den vorhandenen Kenntnissen und Stärken der Kinder auf.
Dies gilt auch für den Kindergarten. Die Kindergartenklasse ist der Ort für das gemeinsame Lernen von Kindern. Sie anerkennt, dass Kinder in einer Regelklasse sich hinsichtlich Entwicklungsstand, Lern- und Leistungsfähigkeit, sozialer und sprachlicher Herkunft oder Verhalten unterscheiden. Ein binnen-differenzierender, individualisierender und integrativer Unterricht mit entsprechenden Rahmenbedingungen unterstützt die Entwicklung und das Lernen aller Kinder und nutzt die Chancen der Gemeinschaft.

Integration dagegen beeinflusst die Lernentwicklung von Kindern mit besonderen pädagogischen Bedürfnissen positiv. Für Kinder mit erschwerten Lern- und Verhaltensvoraussetzungen und damit auch für Kinder, welche Deutsch als Zweitsprache lernen, sowie für besonders begabte Kinder bringt Integration Vorteile. 
Vieles spricht dafür, dass sie vor allem im sozialen und emotionalen Bereich von der Integration profitieren. Erwiesen ist zudem, dass die schulleistungsstärkeren Kinder durch die Integration nicht in ihrer Lernentwicklung «gebremst» werden. In einem Unterricht, der auf individuelle Lernvoraussetzungen eingeht, werden auch besonders begabte Kinder ihrem Leistungsniveau entsprechend gefordert und gefördert. 

Integrative Förderung (IF) 

  • erfolgt durch die schulische Heilpädagogin,
  • ist eine ergänzende Förderung für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, mit dem Ziel, Entwicklungsrückstände zu vermindern und Stärken aufzubauen,
  • ermöglicht gezielte Frühförderung durch differenziertes Beobachten und durch das Erfassen des Entwicklungsstandes einzelner Kinder,
  • findet in enger Zusammenarbeit mit der Klassenlehrperson statt und ist dadurch ein Teil des Klassenalltages - das heisst, alle können davon profitieren,
  • findet in Form von Teamteaching oder in Kleingruppen statt.

Der Kindergarten muss dabei ein Mindestangebot an integrativer Förderung ausweisen. Die Zuweisung zur Integrativen Förderung erfolgt über das schulische Standortgespräch.

DaZ 

Für fremd-, bzw. zweisprachige Kinder wird Deutsch als Zweitsprache (DaZ) als Anfangs- oder Aufbauunterricht angeboten.
Der Daz-Unterricht auf der Kindergartenstufe richtet sich an Kinder, die ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen in die Kindergartenstufe eintreten.
Der DaZ- Unterricht auf der Kindergartenstufe verfolgt folgende Ziele: 

  • Die Kinder verstehen in Grundzügen, was auf Deutsch erzählt und von ihnen verlangt wird.
  • Sie können sich in einfachen Sätzen mit anderen Kindern und Lehrpersonen auf Deutsch verständigen.
  • Die Kinder bauen ihr Hörverstehen und ihren Wortschatz aus.
  • Beim Eintritt in die Primarstufe verfügen sie über genügend Deutschkompetenzen, um dem Unterricht folgen zu können.

Der DaZ-Unterricht findet integriert in die Unterrichtszeit und auf Hochdeutsch statt. Die DaZ-Lehrerin arbeitet mit einzelnen Kindern, Gruppen oder Halbklassen. Die Zuweisung zum DaZ-Unterricht erfolgt über das schulische Standortgespräch.

Therapeutische Massnahmen 

Schulische Therapien sind Psychomotorik, Logopädie und Psychotherapie. Für Therapien sieht der Kanton eine Mengenbeschränkung (Maximalangebot) vor. Die Zuweisung zu allen Therapien erfolgt durch das schulische Standortgespräch. Daran beteiligt sind in erster Linie die Klassenlehrperson und die Eltern. Bei Bedarf sind Fachleute beizuziehen. Das schulische Standortgespräch soll konsensorientiert geführt werden. Bei Einigkeit entscheidet die Schulleitung. 
Die Zusammenarbeit mit den Eltern, andern Therapeuten und Lehrpersonen ist ein wichtiger Teil der Therapie und wird in regelmässigen Gesprächen oder Besuchen angestrebt.

Logopädie (Sprach- und Kommunikationstherapie)

Die sprachliche Ausdrucksfähigkeit ist eine entscheidende Voraussetzung für die Selbstverwirklichung und den Erfolg in der Schule und im Leben überhaupt.
Logopädie befasst sich mit Störungen der Atmung, der Stimme, des Sprechens und des sprachlichen Ausdrucks in Wort und Schrift (verzögerter Spracherwerb, Redefluss, Sprachverständnis, Aussprache).
In den Reihenuntersuchungen im Kindergarten (jeweils ca. Ende Oktober) wird der Sprachentwicklungsstand jedes Kindes beobachtet. Die Logopädin informiert im Anschluss die Kindergartenlehrperson. Diese lädt je nach Notwendigkeit die Eltern zu einem schulischen Standortgespräch (SSG) ein, an welchem die weiteren Schritte besprochen werden. Das kann zum Beispiel eine differenzierte logopädische Abklärung sein. Anmeldungen können im Einverständnis der Eltern auch durch die Lehrperson erfolgen. Logopädie wird projektartig auch integrativ umgesetzt, z.B. in der Arbeit mit allen Kindern an verschiedenen Sprachebenen (Kommunikation, Mundmotorik, Sprachverständnis, Wortschatzerweiterung, Satzbau, etc.) oder in Präventionsmassnahmen im Bereich Lese-/Schreiberwerb.

Psychomotorik

Über gestärkte Sinneswahrnehmungen und positive Bewegungserfahrung wird das Selbstwertgefühl des Kindes gestärkt. Es entdeckt seine Ressourcen und hat so den Mut, Neues auszuprobieren und auch an seinen Schwächen zu arbeiten. 
Im Spiel, in der Musik, beim Malen oder Zeichnen hat das Kind die Möglichkeit, seine Gefühle und Konflikte auszudrücken und zu verarbeiten. 
Das Ziel der Psychomotorik-Therapie ist, dass das Kind seine Wahrnehmungs-, Handlungs- und Kontaktfähigkeit seinen Möglichkeiten entsprechend erweitern kann. Mit seinen Schwierigkeiten soll es einen angemessenen Umgang finden können. 
Psychomotorik wird projektartig auch integrativ umgesetzt, z.B. im Rahmen eines Graphomotorikprojekts im Schrifterwerbsprozess.

Psychotherapie

Schülerinnen und Schüler, die bei der Bewältigung ihrer seelischen Probleme und Leiden oder für ihre Persönlichkeitsentwicklung spezifische Unterstützung brauchen, können das Angebot der Psychotherapie in Anspruch nehmen.
Im Weiteren erhält das schulische und familiäre Umfeld der Schülerin oder des Schülers Unterstützung und Beratung im Umgang mit der Schülerin oder dem Schüler und ihrer oder seiner spezifischen Problematik.
Die Psychotherapie soll die Schülerin oder den Schüler befähigen, sich in seinem familiären und schulischen Umfeld der Situation angepasst zu verhalten und zu entwickeln.