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Eine Nacht im Wald

 

Ich schlaaf hüt znacht verusse im Wald,
zum Schlaafe isch das s' schönscht, ich schlaafe bald.
Es isch zwar nöd so weich, es isch mer nöd so ghüür,
es richtigs Abentüür defür, es richtigs Abentüür defür!

Die zukünftigen Erstklässer durften zum Abschluss der Waldkindergartenzeit im Wald übernachten. Mit grosser Vorfreude, Spannung, aber auch einem mulmigen Gefühl haben die Kinder dieses Abenteuer erwartet.
Zusammen mit den Eltern genossen die Kinder das Abendessen und konnten kaum aufs Dessertbuffet warten. Doch dazwischen galt es, den Schlafplatz einzurichten. Neben wem möchte ich schlafen? Trau ich mich am Rand der Gruppe zu liegen? Wo ist der Boden einigermassen eben? Soll ich unter dem schützenden Blachendach übernachten oder möchte ich noch die Sterne sehen? Nach einiger Zeit haben sich Gruppen gebildet, Schlafsäcke wurden ausgerollt, Kuscheltiere eingebettet, Kerzen bereitgestellt, sowie Zahnbürste und Pyjama bereit gelegt. Nun konnte das Dessertbuffet eröffnet werden. Nach dem obligaten 'in die Schule schütteln', einem gemütlichen Singsong, kam der für viele schwierigste Teil. Die Eltern verabschiedeten sich von ihren Kindern, wünschten ihnen eine gute Nacht und machten sich auf den Heimweg.
Um in den Schlafsack zu kriechen ist es noch zu hell. Wir beschliessen, einen Abendspaziergang zu machen. Einige Kinder, welche leise voraus gingen, sahen einen Fuchs! Zurück beim Platz war es dann Zeit fürs Pyjama, eine Gute-Nacht-Geschichte, ein Bettmümpfeli und schliesslich mussten auch noch die Zähne geputzt werden. Dann ging es  ab in den Schlafsack! Vorerst war aber an Schlafen nicht zu denken. Munteres, aufgeregtes Geplauder ist noch von überall her zu hören. 'Schau die Sterne!' 'Hoffentlich habe ich keine Albträume' 'Ich habe Durst.' ' Wie spät ist es?' 'Wie lange dauert die Nacht?' Doch nach einiger Zeit fielen die ersten Augen zu. Es wurde ruhiger und ruhiger im Wald. So ruhig blieb es auch für die ganze Nacht, bis dann die ersten Vögel ihre Lieder anstimmten. Zusammen mit den Vögeln und dem ersten Sonnenlicht erwachten auch die Kinder. Es sah aus, als schlüpften viele Schmetterlinge aus ihren Raupenhüllen. So ergab sich dann auch das erste frühmorgendliche Spiel - Räupeln. Daraus entstand ein Schlafsackversteckis. Wann sonst hat man schon die Möglichkeit im Pyjama im Wald ein Schlafsackversteckis zu spielen? Mit dem weckenden Kaffee in den Händen den Kindern zuzusehen und den Morgen im Wald geniessen - wann haben wir Kindergärtnerinnen sonst schon die Möglichkeit dazu? Nach einem feinen Frühstück mit frischen Gipfeli und Zopf rief für alle wieder die Pflicht. Aufräumen. Packen. Schon bald kamen die Eltern wieder in den Wald um ihre zwar müden, aber auch sehr glücklichen Kinder in Empfang zu nehmen.